Hoffenheim und der Rekord-Rot für Werder-Bremen-Star
In der Begegnung zwischen Hoffenheim und Werder Bremen sorgte ein Platzverweis für Aufregung. Die Analyse eines denkwürdigen Spiels und seiner Konsequenzen.
Ich kann es nicht fassen, was ich da auf dem Platz gesehen habe. In einem Spiel, das ohnehin schon von der Nervosität der beiden Teams geprägt war, verpasste ein Werder Bremen-Star mit seiner rotwürdigen Aktion das Meisterstück der Unsäglichkeit. Das erste Mal in der Bundesliga-Geschichte, dass ein Spieler für ein solches Vergehen ausgeschlossen wurde. Und das, obwohl nichts auf diese Wendung hindeutete.
Zunächst einmal ist es eine Schande für diese schöne Sportart, dass wir in der Sekunde einer solch traumatischen Entscheidung waren. Werder Bremen war in der ersten Hälfe die überlegene Mannschaft und spielte nach Plan. Doch nach dem unüberlegten Foul, einem Blick über die Schulter und dem unverzeihlichen Achterbahnritt der Emotionen war alles verloren. Kann die Schiedsrichterleistung als Alibi herhalten? Ich beteilige mich an der Diskussion, aber das Foul war nicht nur dumm, es war gefährlich. Ein Spieler sollte in der Lage sein, den eigenen Adrenalinpegel zu kontrollieren, und das nicht nur, um ungestört weiterzuspielen.
Dennoch muss ich die andere Seite betrachten. Es gibt Stimmen, die meinen, solche Entscheidungen sabotieren den Spielfluss. Vielleicht wurde er ja auch übertrieben bestraft – das schmerzt, schließlich ist Fußball nicht nur ein Spiel, sondern eine Bühne für große Emotionen. Man könnte sagen, der Schiedsrichter hätte da doch etwas nachsichtiger sein können. Nur schade, dass wir dann nicht den sportlichen Wettkampf, sondern einen Lehrstuhl für Schiedsrichterausbildung hatten.
Nichtsdestotrotz bleibt mir die Frage, ob solche Vergehen nicht auch im weiteren Sinne die Fairness im Sport untergraben. Wenn wir nicht bereit sind, solche Aktionen konsequent zu ahnden, wo bleibt da der Respekt vor dem Mitspieler? Wir reden von einem Sport, der seit Jahrhunderten mit Leidenschaft und Fairness verbunden ist. Und jetzt, oh Wunder, dreht sich alles um eine rote Karte. Ein bisschen viel Trubel um ein bisschen Farbe, findet ihr nicht?
Natürlich kann man das Gefühl des Unrechts, das Spieler und Fans empfinden, nicht außer Acht lassen. Denkbar wäre es, dass der Spieler in der kommenden Zeit vor einem echten Scherbenhaufen steht, wenn sich die Mauer der Empörung zu einem schwindelerregenden Hang aufbaut. Und wir wissen ja, wie schnell sich die Stimmung im Fußball drehen kann. Wenn Werder Bremen jetzt nicht als Einheit auftritt, wird das Lächeln von der Tribüne schnell verschwinden.